Heute war also der große Tag der zweiten Volksabstimmung in Berlin, zu Pro Reli. Nun das Ergebnis kommt erst später und wird wohl als gescheitert anzusehen sein. (We´ll see).
M.E. kam “Pro Reli” zu früh und mit einer falschen Stategie. Ich hatte das Gefühl, dass die Pro Relis sich halt auf ihr separierende Position “Religion ODER Ethik” festgefahren haben und stets die Trennung propagiert haben. Alternative gemeinschaftsfördende bzw. die Religionen miteinander verknüpfende Ansätze (vgl. letzer Beitag) waren leider nicht in deren Fokus. Sie habe dann auch zu schnell in Richtung Volksentscheid hingearbeitet, so dass eine gemeinschaftliche allumfassende Diskussion zum Thema “Werterziehung und Religion” gar nicht möglich war. Es hätte eine breitere Diskussion zum Thema bedurft, die auch v.a. auch Schüler mehr einbezogen hätte. Pro Reli hat in meinen Augen es zwar geschafft, dass es eine Diskussion über wortorientierten Ethik-/Religionsunterricht gab bzw auch noch gibt. Vielleicht kann daraus ja langfristig ein wirklich stimmiges Konzept für wortorientierten und religiös geprägten Unterricht entwickeln lassen, der das Miteinander der Religionen im Fokus hat, den dann halt auch eine wirkliche große Bevolkerungsmenge (v.a. auch in weniger religiös geprägeten Ostbezirken) trägt.
Auch hat m.E. Pro Reli durch die Klage gegen den Senat, z.T. unrichtige Aussagen und der potentielle Zerstörung von Pro-Ethik-Werbetafelnund der anschließenden Überplakatierung mit ihren eigenen mit dazu beigetragen, dass Leute lediglich wegen des Vorgehens gegen sie gestimmt haben.
Langfristig muss ein besseres Konzept für den wertorientierten und religösen Untericht gefunden werden als die beiden Möglichkeiten dieses Volksentscheids.
Ergebnis: Wider Erwarten haben die Mehrheit der Teilnehmer gegen Pro Reli gestimmt, weiterhin hat auch das Quorum nicht gereicht. Hätte ich nicht erwartet. Dass sich nun allerdings der Michael Müller von der SPD-Fraktion hinstellt und behautptet, dass sich die Mehrheit für Ethik ausgesprochen hat und man sich nun damit nicht weiter befassen muss, ist eine echte Frechheit. Ich habe nicht für Ethik gestimmt, sondern gegen Pro Reli. Meine Position sagt auch nicht, dass ich (s.o.) nun rein für Ethik bin. Aber gegen diese Vereinnahmung von der SPD/dem Senat wehre ich mich. Dies habe ich auch Herrn Müller und der SPD-Fraktion gemailt.