Firma Schleich GmbH mahnt Schleichbären ab

Heute stand in Spiegel-Online1, dass die Firma Schleich GmbH eine kleine 1-Frau-Bude wegen Markenrechtsverletzungen verklagt. Die Dame, Frau Monika Schleich bastelt wohl seit Jahren Teddybären aus Stoff und verkauft diese via Internet und Teddy-Portalen. Nun hat die Frau blöderweise versucht die Marke Schleichbären registrieren zu lassen und die Schleich GmbH, die die Schlümpfe (aus Plastik u.ä. herstellen, auf den Plan gerufen. Die verklagen wohl nun die Frau Schleich. Das ist in meinem Augen echt albern, genauso wie das Vorgehen von Jack-Wolfskin gegen die DaWanda-Händler letztes Jahr2. Vor allem, weil die Firma Schleich GmbH z.B. im Jahre 2005 6,9 Mio und  in 2006  11 Mio. Gewinn (laut e-bundesanzeiger.de ) gemacht hat. Während dieser Zeit wurden wohl auch schon die Schleichbären der Frau Schleich verkauft. Die Dame macht nach eigenen Angaben 500-700 € Gewinn (den doppelten Hartz IV-Satz) im Jahr! Diese horrende Summe kann ja wohl wirklich keine Bedrohung für den Schlumpfverkäufer sein.

Die Firma rühmt sich in Ihrer Unternehmensphilosophie mit folgendem Satz “Pädagogische Gesichtspunkte sind uns dabei wichtiger als mögliche Verkaufschancen! ”3. Dies gilt aber offensichtlich nicht im Umgang mit der Teddybär-Herstellerin. Scheinbar hält es die Schleich GmbH für pädagogisch sinnvoller ggf. die Existenz der Frau durch einen Prozess zu vernichten, als einen kreativen pädagogisch sinnvollen und für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden. M.E. gibt es da viele Möglichkeiten.

Diejenigen, die ein solches Vorgehen ablehnen, können halt nur versuchen evtl. die Produkte der Firma Schleich GmbH zu boykottieren bzw. der Firma Schleich GmbH eine Missfallsbekundung zu diesem Fall zu schicken.

Nachtrag (21.01.10): Ich hatte mich ja auch bei der FA Schleich beschwert und die haben mir einen Brief mit deren Einstellung zum Thema Markenschutz und dem Hinweis, dass sie an einer einvernehmlichen Lösung mit der Frau Schleich arbeiten, geschickt.

  1. Spiegel.de vom 13.01.2010 []
  2. vgl. DaWanda-Blog und Spiegel.de vom 19.10.09 []
  3. vgl. http://www.schleich-s.de/de/unternehmen/philosophie.php?lang=1 Stand 13.01.2010 – 21:50h []

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2 Antworten zu “Firma Schleich GmbH mahnt Schleichbären ab”

  1. Torsten sagt:

    Am Ende gewinnt David nahezu immer gegen Goliath.

    Das Negativimmage für Schleich wird wehtun!

  2. Michael sagt:

    Was ist, wenn aus dem Schwachen später auch mal ein Starker wird? Was, wenn aus Frau Schleichs Teddybärenmanufaktur in der zweiten oder dritten Generation ein größeres Unternehmen wird, das jedes Teddy-Schnittmuster zu Tausenden in China oder Indien produzieren lässt und dann hier verkauft? Dann wäre es doch eine reale Gefahr für die Schleich GmbH hinsichtlich ihrer Marke. Und wenn Frau Schleich die Markenrechte für die Teddys erst mal hat, kann man diese ihr später nicht mehr wegnehmen. Das Gericht muss auch diese Möglichkeit betrachten und nicht nur die Größenverhaltnisse der beiden Kontrahenten zum jetzigen Zeitpunkt. Und das Gericht kann auch nicht so urteilen, dass Frau Schleich ihre Teddys nur solange als Schleichbären verteiben darf, bis sie einen bestimmten Umsatz überschreitet, sondern da geht nur “entweder oder”. Ich stehe jedenfalls nicht pauschal auf der Seite von Frau Schleich, sondern versuche mir auch vorzustellen, wie ich reagieren würde, wenn die Marke meines Unternehmens auf solch eine Art “bedroht” würde. Die Schleich GmbH muss jedenfalls schon aus Selbstschutz daran denken, dass da eventuell eine Marke entsteht, deren Inhaber später (wann immer das sein kann) “den Spieß umdreht” und die Marke der Schleich GmbH wirklich bedrohen könnte. Das ist vielleicht etwas weit hergeholt, aber eine verantwortungsvolle Geschäftsführung muss mögliche Gefahren für das Unternehmen rechtzeitig erkennen und darauf reagieren und nur das machen die zurzeit. Tu’ nichts Gutes, dann widerfährt Dir nichts Schlechtes, das m.E. gilt insbesondere auf dem internationalen Parkett, auf dem sich die Schleich GmbH ja bewegt. Nix für ungut…

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